Am Samstag, den 19. September 2026, nahmen drei Mitglieder unserer Waldbrandgruppe an einer groß angelegten Waldbrandübung des Bezirkes Braunau in Ranshofen teil. Im Mittelpunkt der Ausbildung stand die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften am Boden, den Flughelfern des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes und einem Hubschrauber der Flugpolizei vom Typ EC 135 P3.
In drei Ausbildungsstationen konnten die Teilnehmer den sicheren Umgang mit der Luftunterstützung unter realistischen Bedingungen trainieren. Geübt wurden unter anderem das Befüllen und Annehmen von Löschwasser-Transportbehältern, das richtige Annähern an den Hubschrauber sowie der Löschwasser- und Gerätetransport. Besonders der starke Down-Wash, der Lärm und die notwendigen Sicherheitsabstände machten deutlich, welche Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen zu beachten sind.
Neben der praktischen Ausbildung bot die Übung auch die Möglichkeit, unser neues Stützpunktfahrzeug TLF-VBB vorzustellen. Dieses ist speziell für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ausgerüstet und ergänzt die überörtlichen Einsatzmöglichkeiten in diesem Bereich. Diese Ausbildung erweitert die Schlagkraft unserer Waldbrandgruppe und stellt eine wichtige Vorbereitung für künftige Wald- und Vegetationsbrandeinsätze dar.
Dazu die Presseaussendung des Bezirksfeuerwehrkommandos Braunau:
Waldbrandbereitschaft des Bezirkes Braunau übte erstmals unter realen Flugbedingungen
Am Samstag, dem 19. September 2026, hat die Waldbrandbereitschaft des Bezirkes Braunau am Inn in einem weitläufigen Schotterabbaugebiet in Ranshofen eine Übung mit Hubschrauberunterstützung abgehalten. Ein Hubschrauber der Flugpolizei stand dafür den gesamten Vormittag zur Verfügung. 41 Teilnehmer aus allen 16 eingeteilten Feuerwehren waren im Einsatz, dazu sechs Mann des Waldbrand-Kommandos und sechs Flughelfer — insgesamt 53 Einsatzkräfte.
Das Bezirks-Feuerwehrkommando Braunau hat im Jahr 2021 im Rahmen der Feuerlösch- und Katastrophenschutz-Bereitschaft drei eigene Einsatzzüge für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung aufgestellt. Die eingeteilten Einheiten rekrutieren sich aus 16 Feuerwehren mit 22 Einsatzfahrzeugen. Wegen der Topologie des Bezirkes lag der Ausbildungsschwerpunkt in den ersten Jahren auf der Bodenbrandbekämpfung ohne Luftunterstützung. Große Teile der drei Einsatzzüge bilden mittlerweile auch den Waldbrandzug „Innviertel“, den der Oö. Landes-Feuerwehrverband für überörtliche Einsätze im gesamten Bundesland und darüber hinaus aufgestellt hat. Damit war eine Erweiterung des Übungsspektrums fällig.
Drei Stationen, drei Ausbildungsgruppen
Die Teilnehmer waren in drei Ausbildungsgruppen gegliedert. Jede Gruppe durchlief im Lauf des Vormittags alle drei Stationen, der Wechsel erfolgte zu Fuß über eine Strecke von etwa einem Kilometer. An jeder Station stand ein Flughelfer eines Stützpunktes des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes zur Verfügung.
Am Absprungplatz ging es um die Anforderungen an einen Landeplatz, um das oberösterreichische Farb-Markiersystem und um die mitgeführten Gerätschaften — Löschwasser-Transportbehälter, Stilwell Flyer und Fluggeschirr. An der Station TAL übte jede Gruppe das Empfangen und das rasche Befüllen des Löschwasser-Transportbehälters unter dem Hubschrauber, dazu das Annähern und Entfernen. An der Station BERG stand das Annehmen, Aufsetzen und Entleeren des Behälters im Gelände am Programm. Ziel war, dass jeder Teilnehmer den Behälter mindestens einmal selbst befüllt und mindestens einmal selbst angenommen hat. Dieses Ziel wurde erreicht.
Der eigentliche Lernwert lag in den Bedingungen: Lärm, Down-Wash und die besonderen Sicherheitsanforderungen im Nahbereich eines Luftfahrzeugs lassen sich in der Theorie nicht vermitteln. Vor dem Eintreffen des Hubschraubers erfolgte eine Sicherheitsunterweisung durch die Flughelfer, anschließend das Briefing mit dem Piloten. Neben dem Löschwassertransport zum Standbehälter wurden auch Abwürfe direkt ins Gelände und der Gerätetransport zwischen TAL und BERG geübt.
Organisation und Vorbereitung
Organisiert wurde die Übung von OBI Martin Feichtinger von der Freiwilligen Feuerwehr Ranshofen und Abschnitts-Feuerwehrkommandant BR Johann Treiblmaier. Vor Ort gab es eine Feuerwehr-Einsatzleitung, ergänzt um eine fliegerische Einsatzleitung durch die Feuerwehr-Flughelfer. Eine eigene Feuerwehreinheit sicherte den Hubschrauberlandeplatz brandschutztechnisch ab.
Der Vorbereitung ging ein halbes Jahr an Abstimmung voraus: Freigabe der Landeswarnzentrale, Zusage des Bundesministeriums für Inneres, Außenlandegenehmigungen der Grundeigentümer, Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft Braunau und eine Verordnung zur Geschwindigkeitsreduzierung auf der L501 während der Übungszeit.
Ehrengäste aus Oberösterreich und Bayern
Zahlreiche Ehrengäste aus Oberösterreich und aus Bayern nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild vom Leistungsstand der Waldbrandbereitschaft zu machen. Bei einer geführten Tour über die drei Stationen konnten sie den Ablauf mitverfolgen und mit den Einsatzkräften ins Gespräch kommen. Gerade der fachliche Austausch über die Landesgrenze hinweg ist im Waldbrandbereich wertvoll: Ein größeres Schadensereignis macht an der Inn-Grenze nicht halt.
Dank an alle Beteiligten
Eine Übung in dieser Größenordnung steht und fällt mit den Leuten, die im Hintergrund mitziehen. Der Dank des Bezirks-Feuerwehrkommandos Braunau gilt dem Bundesministerium für Inneres und der Besatzung des Hubschraubers für die Bereitstellung und die professionelle Zusammenarbeit, den Flughelfern des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes für die fachkundige Ausbildung an allen drei Stationen sowie den Grundeigentümern Roman Maislinger und Wolfgang Waldl, dem Schotterwerk Kerschbaum und der Familie Schatzl, die ihre Flächen zur Verfügung gestellt und die Übung von Anfang an unterstützt haben.
Dank gebührt ebenso der Bezirkshauptmannschaft Braunau und dem Bezirks-Polizeikommando für die unkomplizierte behördliche Begleitung, der Straßenmeisterei für die Verkehrsmaßnahmen auf der L501 sowie OBI Martin Feichtinger und BR Johann Treiblmaier für die monatelange Vorbereitungsarbeit.
Der größte Dank gilt den 41 Kameradinnen und Kameraden aus den 16 Feuerwehren, die an einem freien Samstag angetreten sind. Sie geben ihr Wissen als Multiplikatoren in den eigenen Feuerwehren weiter. Damit steht die Fähigkeit zur Waldbrandbekämpfung mit Luftunterstützung im gesamten Bezirk auf breiterer Basis.
Presseaussendung BFKDO Braunau vom 19.09.2026, abgerufen von: https://br.ooelfv.at/
Für alle Interessierten gibt es in Kürze gleich zwei Möglichkeiten, unser neues Waldbrandfahrzeug TLF-VBB aus nächster Nähe kennenzulernen und zu besichtigen: Am 4. Oktober 2026 findet im Rahmen des Erntedankfestes in Eggelsberg die feierliche Fahrzeugsegnung statt. Eine weitere Gelegenheit bietet sich am 26. Oktober 2026 bei ON FIRE 2026 – Die Leistungsschau der Feuerwehren im Bezirk Braunau.
Bilder: FF-Eggelsberg und Gerald Badegruber/BFKDO Braunau
